ZDF spart bei Kult-Serien: Was jetzt mit den ‘Rosenheim-Cops’ passiert

Das ZDF baut sein Vorabendprogramm zunehmend um. Besonders bei den beliebten Krimiserien zeichnet sich dabei ein klarer Trend ab.

Die Krimiserien am Vorabend gehören seit Jahren zu den verlässlichsten Quotenbringern des ZDF. Reihen wie die “SOKOs” oder die “Rosenheim-Cops” erreichen regelmäßig ein Millionenpublikum.

Auch der Sender selbst hebt die Bedeutung der Formate hervor. Gegenüber dem Branchendienst “DWDL” heißt es, die Serien seien “seit vielen Jahren ein zentraler Pfeiler des Programmangebots” und stünden für “Kontinuität, Verlässlichkeit und Qualität”.

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Trotzdem wird inzwischen sichtbar gespart. Grund dafür sind stagnierende Einnahmen und der Versuch, stärker in jüngere Formate zu investieren.

Die Folgen des Sparkurses sind inzwischen deutlich sichtbar: Die Zahl neuer Episoden wird Schritt für Schritt reduziert. Von der “SOKO Köln” sollen künftig nur noch 20 neue Folgen pro Staffel produziert werden – früher waren es teilweise deutlich mehr. Ähnliche Kürzungen betreffen auch “SOKO Wismar” und “SOKO Stuttgart”.

Besonders auffällig ist die Entwicklung montags und freitags. Dort reichen neue Episoden inzwischen oft nur noch für wenige Monate im Jahr. Den Rest der Sendezeit füllen Wiederholungen.

Christian K. Schaeffer
Foto: ZDF/Bojan Ritan, Christian K. Schaeffer (l.) verlässt die “Rosenheim-Cops”.

Die “Rosenheim-Cops”, wo im Laufe der Jahre einige Drehorte verschwunden sind, bleiben vorerst die große Ausnahme im ZDF-Vorabend: Mit weiterhin 24 neuen Folgen pro Jahr laufen sie stabil durch und sind zugleich die reichweitenstärkste Serie des Sendeplatzes.

Auch andere Vorabendserien werden jedoch zurückgefahren. “Notruf Hafenkante” kommt künftig nur noch auf rund 20 neue Folgen pro Staffel, ebenso “Bettys Diagnose”.

Besonders sichtbar ist der Umbau am zweiten Vorabend-Sendeplatz nach den “heute”-Nachrichten: Dort setzt das ZDF zunehmend auf günstiger produziertes Factual Entertainment, nachdem Serien wie “Blutige Anfänger” oder “Hotel Mondial” beim jüngeren Publikum nicht wie erhofft funktioniert haben.

Das ZDF spricht gegenüber “DWDL” von einer strategischen Anpassung. Die geringere Folgenzahl sei ein “Ergebnis einer bewussten, programmstrategischen Ausrichtung”. Ziel sei es, “die vorhandenen Programmbudgets so einzusetzen, dass […] Raum für neue, innovative Angebote entsteht […] insbesondere solche, die zusätzliche und jüngere Zielgruppen ansprechen”.