Radikaler Rotstift-Wahnsinn oder geniale Zukunfts-Offensive? ZDF-Chefetage kürzt Erfolgs-Krimis eiskalt ein – Bricht das Vorabend-Imperium nach diesem Schock-Sparplan komplett zusammen? 📉📺😱

Das ZDF verändert sein Vorabendprogramm spürbar und spart bei mehreren Erfolgsformaten. Besonders betroffen sind die bekannten Serien am frühen Abend – mit einer klaren Ausnahme.

Die Krimiserien am Vorabend zählen seit Jahren zu den wichtigsten Quotenlieferanten des ZDF. Formate wie die „SOKOs“ oder die „Rosenheim-Cops“ erreichen regelmäßig Millionenpublikum und sichern dem Sender stabile Marktanteile.

Vierjahreshoch für "Die Rosenheim-Cops" | Bavaria Film GmbH

Auch das ZDF selbst betont die Bedeutung dieser Reihen. Gegenüber dem Branchendienst „DWDL“ heißt es, die Serien seien „seit vielen Jahren ein zentraler Pfeiler des Programmangebots“ und stünden für „Kontinuität, Verlässlichkeit und Qualität“.

Trotz dieser starken Werte wird nun gespart. Hintergrund sind stagnierende Einnahmen sowie der Versuch, verstärkt jüngere Zuschauergruppen zu erreichen.

Die Konsequenzen betreffen u. a. die Episodenzahlen. Bei „SOKO Köln“ sind künftig nur noch rund 20 Folgen pro Staffel geplant, ebenso bei „SOKO Wismar“ und „SOKO Stuttgart“. In der Konsequenz laufen an manchen Tagen deutlich mehr Wiederholungen im Vorabendprogramm.

Marisa Burger verabschiedet sich schon von den "Rosenheim-Cops".
Marisa Burger hat sich von den „Rosenheim-Cops” verabschiedet, ihr letzter Auftritt erfolgt im Herbst. ZDF/Christian A. Rieger

Abgesehen davon verschiebt sich der zweite Vorabend-Sendeplatz nach den „heute“-Nachrichten zunehmend. Statt Serien setzt der Sender dort stärker auf kostengünstiger produziertes Factual Entertainment – auch weil Formate wie „Blutige Anfänger“ oder „Hotel Mondial“ beim jüngeren Publikum nicht wie erhofft funktioniert haben. „Notruf Hafenkante“, wo eine Rolle aus „ökonomischen Gründen” gestrichen wurde, und „Bettys Diagnose“ kommen künftig nur noch auf rund 20 neue Folgen pro Staffel.

Das ZDF spricht gegenüber „DWDL“ von einer strategischen Anpassung. Die reduzierte Folgenzahl sei ein „Ergebnis einer bewussten, programmstrategischen Ausrichtung“. Ziel sei es, „die vorhandenen Programmbudgets so einzusetzen, dass […] Raum für neue, innovative Angebote entsteht […] insbesondere solche, die zusätzliche und jüngere Zielgruppen ansprechen“.