„Frau Stockl“ in Nordhessen: Warum Marisa Burger neue Wege geht

Schauspielerin Marisa Burger stellt in Nordhessen ihre Autobiografie vor und erklärt im HNA-Interview, warum sie bei den Rosenheim-Cops aufgehört hat.

Die Rosenheim-Cops added a new photo. - Die Rosenheim-Cops

Frankenberg – Wenn sie schelmisch lächelt, blitzen manchmal die Züge der Polizeisekretärin Miriam Stockl in ihrem Gesicht auf. Aber dann ist es doch wieder Marisa Burger, die aus ihrer längsten und bekanntesten Fernsehrolle bei den Rosenheim-Cops ausgestiegen ist und mit neuen Projekten ihre Karriere fortsetzt. Die Schauspielerin las in der Festscheune der Walkemühle Frankenberg aus ihrer Autobiografie „Vergiss nie, wie dein Herz am Anfang war. Vom Mut, eigene Wege zu gehen“ .

Die Rosenheim-Cops S12E05: Betriebsausflug in den Tod – fernsehserien.de

Sie brachte damit die rund 170 Zuhörer zum Nachdenken und Schmunzeln und bisweilen auch zum hellen Auflachen. Kongenial begleitet wurde sie bei dieser Veranstaltung des Kultursommers Nordhessen von Martin Halmich an der Gitarre. „Meine beste Zeit ist jetzt“, stellte die 52-Jährige gleich am Anfang fest. Sie hatte im Herbst 2025 – nach 25 Jahren – die Dreharbeiten zu den Rosenheim-Cops abgeschlossen. Der letzte Serienteil mit ihr als Polizeisekretärin läuft in diesem Herbst im ZDF. Sie sei schon immer rebellisch und freiheitsliebend gewesen, sagte sie, und habe gegen ihren Heimatort, das konservative oberbayerische Altötting, aufbegehrt. Doch dann habe sie festgestellt, dass sie sich die Ängste der anderen zu eigen machte. „Ich wollte und will aber ein glücklicher Mensch sein.“

Rosenheim-Cops-Star Marisa Burger stellt in Nordhessen ihre Autobiografie vor

In den „Jahren des Aufbruchs“ in Altötting bestimmten die Regeln der katholischen Kirche den Alltag der kleinen Marisa. Dazu gehörten unzählige Gottesdienstbesuche und das ständige Geläute der Kirchenglocken, aber auch die Statue der Schwarzen Madonna, die jedes Jahr von Tausenden Pilgern aufgesucht wird.

 

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Marisa wuchs mit zwei Brüdern in einem strengen Lehrerhaushalt auf und stieß mit ihrer blühenden Fantasie auch in der Schule auf wenig Verständnis. Durch das Mitwirken in verschiedenen Theatergruppen entdeckte sie aber schon früh, wie gut ihr das Schauspielern gefiel. „Ich stand gerne auf der Bühne, und Schminken und Kostümieren fand ich großartig.“

Bald entstand der Wunsch, die Schauspielerei zum Beruf zu machen, und sie bewarb sich mit gerade mal 17 an der renommierten Otto-Falckenberg-Schule in München. Von rührender Naivität kündete das Bewerbungsschreiben, über das Jahrzehnte später sowohl die Verfasserin selbst als auch die Zuhörer in der Walkemühle herzlich lachen mussten. Doch es verriet auch etwas von den brennenden Träumen der jungen Frau, die auch bei Widerständen nicht aufgab. „Kleine Wehwehchen haben mich noch nie aus der Bahn geworfen.“

Drei Fragen an Marisa Burger

Frau Burger, warum haben Sie bei den Rosenheim-Cops aufgehört?

Ich habe die Rolle der Frau Stockl 25 Jahre lang wahnsinnig gern und mit viel Liebe gespielt. Aber jetzt hatte ich das Gefühl, dass ich in meinem Berufsleben noch etwas anderes tun muss. Ich wollte zurück auf die Bühne, denn das macht die Schauspielerei doch eigentlich aus.

Wo kann man die Kleider von Frau Stockl kaufen?

Wenden Sie sich an Virginija Weck, das ist meine Kostümbildnerin, Sie finden ihre Kontaktdaten im Internet. Die beantwortet Ihnen gern Ihre Fragen.

Sie sehen ganz anders aus als in den Filmen. Wollten Sie sich auch äußerlich verändern?

(lacht) Ich war beim Friseur und habe mir die Haare machen lassen.

Gitarrist Martin Halmich fügt spontan hinzu: „Sie hat sich quasi entstocklt.“

Der Neustart in München hätte fast nicht geklappt, denn Marisa versemmelte durch einen „klassischen Fall von Selbstüberschätzung“ ein Engagement bei den Salzburger Festspielen und bekam zudem noch in sehr jungem Alter eine Tochter. Doch sie verfolgte ihre Ziele weiter, und so reicht sie heute kluge Ratschläge an ihre Leser und Zuhörer weiter. „Was ist dein Selbst?“, solle man sich fragen und: „Was würde mich erfüllen?“

„I schau dem Deifi mitten nei in sei schiachs Gsicht“, sang sie zum Schluss im Duett mit Martin Halmich, und spätestens bei „Wannst du mim Deifi danzt, dann brauchst du guade Schua“ war klar, dass diese beiden sich nicht unterkriegen lassen werden. (Marise Moniac)

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